Nach der TOUR! ist vor der TOUR!

Gegend – sehr viel Gegend – ist das, was die Herrengolfer und ihre Freunde im Schaumburger Land irgendwo im Nirwana zwischen Minden und Hannover erwartete. Am Maifeiertag starteten sie in Konvois grobe Richtung Nord-Ost. Am Donnerstag, den 02. Mai sollte im GC Rehburg-Loccum das Spektakel beginnen. Ein nicht ganz ungefährliches Unternehmen, denn, so berichten Legenden, dass gerade hier irgendwo die Scheibe zu Ende sein soll und schon der eine oder andere Unvorsichtige von erwähnter Scheibe runter gefallen sein soll. Doch das sagt man auch vom Westerwald und es sind nur Legenden und so trafen dann auch alle Herren unversehrt und pünktlich ein, um sich dem harten Wettbewerb zu stellen.

GC Rehburg-Loccum: Der Empfang war herzlich und unser Turnier war vom Fachpersonal vorbildlich vorbereitet. Die Scorekarten gedruckt, die Sonderwertungen bereits auf dem Platz und in der Gastronomie wurden die ersten spielunterstützenden Getränke konsumiert. Die Wettervorhersage kündigte für den Tag, der sowieso viel zu kühl war, auch noch Niederschlag an. Der Platz war hervorragend vorbereitet und präsentierte sich in sehr gutem Zustand. Es konnte also losgehen. Ein Feuerwerk von Unterspielungen war angekündigt und ein Triumphzug zurück ins Hotel sollte den krönenden Abschluss dieses Turniers darstellen. Doch später mehr dazu. Die knapp 10 – 15 Minuten leichter Regen störten da nicht weiter.
Der dicke Heinrich: Nein, es gab keinen Teilnehmer, der diesen Namen trägt. Das begleitende Adjektiv jedoch, traf auf den einen oder anderen bestimmt (teilweise) zu. Also, es ist nur der Name des Hotels.
Ein Urgestein Schaumburger Gastronomiegeschichte. Ein Landhotel mit angeschlossener Fleischerei, eigenem Wildgehege und 36 Zimmern in Lüdersfeld – einer 1100-Seelen-Gemeinde inmitten von Gegend – sehr viel Gegend. Ein Hotel mit überregionaler Bedeutung – obwohl dort in der Gegend „überregional“ ein schwer zu definierender Begriff ist. Kurzum, saubere Zimmer, eine Speisekarte, die keine Wünsche offen lässt, ausreichend Getränke und ein Raum, in dem wir fast immer alleine waren. Begleitet von freundlichem Fachpersonal, dass alle Sonderwünsche der Herren problemlos umsetzen konnte – also: Perfekt für eine Herrentour.
So ließen wir den ersten Tag im Restaurant ausklingen und bereiteten und auf Tag 2 vor:Golfpark am Steinhuder Meer: Leider konnten wir keinen direkten Blick auf das „Meer“ erhaschen, denn ein Wald trennt diesen Platz vom größten Binnensee Niedersachsens. Doch das war ja auch nicht unser Ziel. Sportliche Höchstleistungen waren wieder mal gefordert. Ab 11:00 Uhr sollte es auf dem Marburger Kurs losgehen. Alle Leistungs- und Hoffnungsträger trafen wieder pünktlich ein.
Obwohl die Gastro noch nicht geöffnet hatte, fanden wir doch einen Weg in die Gaststube und wurden dort freundlichst aufgenommen und konnten die ersten isotonischen Getränke ordern. Auch hier war wieder alles perfekt vorbereitet und wir konnten die Scorekartenausgabe zelebrieren. Der Platz präsentierte sich inwürdigem Zustand. Taktisches Spiel war heute angesagt. Ein Platz, der dem Spieler mehrere Optionen im Kampf gegen das PAR eröffnen sollte. Fast an jeder Bahn galt es die Hochrisikovariante gegen den längeren, aber vermeintlich sichereren Weg abzuwägen. Die Platzregeln untersagten dann auch die eine oder andere Abkürzungsvariante über benachbarte Fairways. Der Wind war böig und es blieb trocken, ja, hier konnten Bestleistungen gelingen.
Am Abend wurden die Wunden geleckt und man freute sich auf den dritten Tag im Hamelner GC (Schloss Schwöbber): Fast eine Stunde Anfahrt durch Gegend – sehr viel Gegend. Auch hier sollte es ab 11:00 auf dem Platz des Barons zu Münchhausen losgehen. Im Sekretariat wurden wir mit einer freundlichen Geste begrüßt. In Anlehnung an die Geschichte des Rattenfängers von Hameln, gab es für jeden eine kleine Ratte in Keksform. Sehr nette Geste. Die Andeutung in der Überschrift dieses Berichts bezieht sich auf diesen Platz. Habe ich bereits erwähnt, dass es hier viel Gegend – sehr viel Gegend – gibt? Nun, rund um das Schloss Schwöbber erstrecken sich bis zum Horizont unendliche Weiten – größtenteils landwirtschaftlich genutzt. Man beginnt recht harmlos in flachem Gelände auf ausreichend breiten Bahnen. Die letzte Hälfte des Fairways der 3 liegt dann recht eng am Fairway der 4, die parallel zurück verläuft. Nicht ganz ungefährlich. Soweit noch gut – auch wenn es hier zwangsläufig zu Staus kommen muss. Die 5 – ein PAR 3 – leicht bergan auch noch völlig normal. Auf dem Tee der 6 kommt noch niemand auf irgendwelche komischen Gedanken. Spätestens jedoch beim Schlag ins Grün kommen erste Zweifel auf. Ab hier stellt sich die Frage, ob man einen extrem schwierigen Platz bauen wollte, oder ob die Betreiber sich nicht mit den Eigentümer der umliegenden Flächen einigen konnten.
Es begann eine Berg- und Talfahrt in engsten Waldschneisen mit Grüns, die teilweise so gut verteidigt oder gar versteckt waren, dass eine Abweichung von der Ideallinie um nur wenige Meter Ballverlust bedeutet hat. Ein Platz, der konditionell und technisch so anspruchsvoll ist, dass man ihn wohl kaum zu seinem Heimatplatz machen möchte. Einmal spielen – Ja Bitte! – doch es muss nicht unbedingt noch mal sein. Das muss und soll an Kritik genug sein, denn auch hier, wie auch in den beiden Clubs zuvor, wurden wir mit kleinen Speisen – ideal nach einer Runde Golf – und mit hervorragendem frischem selbstgebackenen Kuchen verwöhnt.
Über die sportlichen Ergebnisse möchte ich weitestgehend den Mantel des Schweigens ausbreiten. Das Feuerwerk an Unterspielungen bestand nur aus einer kleinen Rakete, die dafür den dunklen Himmel umso mehr erhellte. Henry Prigge – ein Golferfreund aus dem GC Monrepos – erspielte am Tag 2 sagenhafte 38 Punkte.
Glückwunsch dazu. Die Gesamtwertung wurde dann am Abend begleitet durch ein 3-Gänge-Menu im „Dicken Heinrich“. Gutbürgerliche deutsche Küche in Bestform.
Die Sieger der TOUR! freuten sich über neue Bags, einen Laser und eine GPS-Uhr.
Ein besonderer Dank auf diesem Wege noch einmal an alle Herren, die jedes Jahr wieder die TOUR! zu einem unvergesslichen Erlebnis machen.
Nach der TOUR! ist vor der TOUR!
Wir sehen uns nächstes Jahr vom 21. – 24. Mai im GC Mainz wieder.

Danke der Hemmi