Wenn einer in der Liga spielt, dann kann er was erzählen

Ja, und da 6 Spieler zu einer Mannschaft gehören, können 6 Golfer was erzählen. 18 Löcher mal 6 Spieler ergibt gefühlte 9 Stunden. Also so in etwa, manchmal. Dieser vorletzte Ligaspieltag der AK 35 II. sollte ein sehr, sehr wichtiger werden.

A. Weil Heimspiel und
B. Man wollte den ungeliebten letzten Platz verlassen und sich eine Polster für den letzten Spieltag, bei Westgolf, verschaffen.

Leider kam es dann doch etwas anders. Weil, die Gegner spielten irgendwie nicht so mit. Schon gemein so etwas. Aber immer schön der Reihe nach. So ein Spieltag beginnt mit einem leckeren Frühstücksbüffet für alle. Dann geht, der ein oder andere, sich einschlagen, ja und dann wird pünktlich gestartet. Als Starter fungierte kein geringerer als: Don Bernardo Ott. Pünktlich um 10:00 Uhr startete nicht nur der erste Flight, sondern auch der Regen. Horizontale Schauer von vorn bei gefühlten 5 Grad Minus. Don Bernardo hatte, schlauer weise, seine Wintersachen aus dem Schrank geholt. Daunenmantel, lang bis an die Knöchel, dick gefütterte Thermohose und drunter vermutlich lange Unterhosen. Ein modischer Norweger-Pullover aus Kaschmir und eine putzige Pudelmütze, rundeten das Bild ab. Kopfschütteln bei den Mannschafts-Helfern, WoSiBo, Borussen-Ralf und mir.

Nach 10 Minuten wünschten wir uns, genau so vorausschauend gewesen zu sein wie Starter Don Bernardo. Dieser sah zwar aus, als hätte er, mit Reinhold M. gerade den Bergischen Jethi, mit bloßen Händen zur Strecke gebracht, aber im war es warm und uns saukalt. Von den Heckenhofern betrat, Jürgen - Geburtstagskind - Nieder, zuversichtlich als erster, den Abschlag an der Gelben 1. Ich saß in der Wagenburg, die der Don, mit 2 Karren gebaut hatte und konnte nichts sehen. Draußen tobte ja das Unwetter und im Fahrzeug war es dank seitlich angebrachter Schirme fast heimelig.

Abschlag vom Geburtstagskind - Bernardo sagte: Kack! Da braucht man nix zu sehen, wenn dann auch noch: Provisorisch Pro V 1 ertönt, dann weißte: Blöd gelaufen.  Nach 11/2 Stunden waren alle Spieler gestartet und wir, machten uns raus auf die Wiese, Mannschaft unterstützen. Der Borussen-Ralf fuhr und ich wollte ein paar eindrucksvolle Fotos machen. Leider waren meine Finger nicht mehr beweglich und an der Kamera festgefroren. An der 10, Grüne 1 stand der Geburtstags-Nieder. WoSiBo, der eigentlich spielen sollte aber Rücken hatte fragte ihn, Na, wie läuft's? Ja, alles bestens nur die Drives kämen nicht. Davon konnten wir uns dann, sehr eindrucksvoll, selbst ein Bild machen. Jürgen teete auf, holte aus und schwups lag sein Ball im Gebüsch direkt am Damenabschlag. Trinkbar! Herr Nieder war mehr als niedergeschlagen. Getränke gingen wegen Geburtstag und so sowieso auf ihn. Danke Jürgen.

Langsam hatte der Regen nachgelassen und ein fieser, kalter Sturm fegte über den Golfplatz. WoSiBo hatte vorgehabt als Caddy seinen Dienst zu Versehen. Aber so ein Schirm für Zwei bei Sturm war nicht so ganz nach seinem Geschmack. Deshalb fuhr auch er "Karre". So langsam kurvten wir in Richtung letztes Grün. Hier wollten wir die "Tapferen Heckenhofer" erwarten. WoSiBo's erste Frage an den, mit hängenden Schultern das Grün verlassenden Nieder war - Wie isses gelaufen? Wissen wollte er eigentlich nur - wieviel Schläge haste gebraucht? Wenn dann der Spieler anfängt: Also - Ja, an der Eins war ich noch ganz gut unterwegs. Dann, ja also dann ist das Ergebnis mal nicht so toll. 102 Schläge sind nun wirklich, dazu noch auf heimischen Boden, nicht so toll. Zum ersten Mal Streicher. Irgendwann ist halt für jeden das "Erste Mal".

So und ab hier kommen Ralf K. Don Bernardo und Klausi ins Spiel. WoSiBo notiert Schläge und wir anderen dürfen uns die 18 Löcher erzählen lassen. Warum alles so blöd gelaufen war und wo dann auch noch Pech dazu kam. Warum Bälle im Rauhen verschwanden und nicht wieder zu finden waren und wo dann auch noch hinterhältige Wasserhindernisse den Ball aufgenommen hätten. Da braucht es praktisch eine Ausbildung beim Vater der Neurosen, dem Herrn Freud. Aber egal. Wir hören zu und ab und zu werfen wir ein: Ach Gott, wie blöd is das denn, ein.

Dann kommen welche rein, da fragt man: Und? Antwort: Verbessert. Jürgen Stange hatte sich mit 87 Schlägen, verbessert und das beim Ligaspiel. Toll! Der erzählt dir nix, der grinst nur etwas entgeistig vor sich hin. Der Nächste, der mit geschwellter Brust von Grün kam war K. K. der Kerper Klaus. Dieser war, mit einer 81, der Bruttosieger. Respekt. Auch so einer steht hinterher versonnen in der Ecke und trinkt sein Kölsch. Der labert nix. Ja, und dann kamen, so nach und nach, die anderen Pflegefälle. Frank Klingbeil inzwischen zu einem Schnellspieler mutiert, ordentliche 93 Schläge. Hans Josef Leineweber auch eine 93 und Heinz Jürgen Schneider mit einer 91.  Das bedeutet in Endergebnis: Jetzt 7 Schläge hinter Westgolf. Diesen Burschen auf eigenem Platz 8 Schläge ab zu nehmen ist.....aber es gab schon immer Wunder und andere glückliche Fügungen.

Bleibt noch am Rande, mein Lieblingsthema zu Streifen: Andere Mannschaften haben mal so überhaupt kein Problem mit der Kleidung, also der Mannschaftskleidung. Eine Gruppe hatte es fast zu gut gemeint. Erst rollten sechs 11er auf den Parkplatz OK bei der Farbwahl kleine Unterschiede. Alle Herrschaften gleich gekleidet. Gleiche Golfbags. Selbst identische Regenbekleidung konnten wir bewundern. Ja, ja das Auge spielt halt auch mit. Selbst nach Duschen und Umziehen - gleiche Hosen, gleiche Pullover.  Na, ja irgendwann bekommen das unsere Jungs auch hin. Zumindest das mit Hose und dem einheitlichen Laibchen, wäre schon toll,  

Klaus(i)